Herbst im Sommer
Prof. Dr. med. univ. Elmar Herbst, PhD, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie stößt ab Juli zum Team Gelenkpunkt. Leben à la carte bat ihn zum Word Rap.

Stadt oder Natur?
Definitiv Natur
Frühaufsteher oder Nachtmensch?
Früher konnte ich problemlos gleichzeitig Frühaufsteher und Nachtmensch sein, das wird allerdings von Jahr zu Jahr anspruchsvoller.
Ski fahren oder Bergsteigen?
Wenn ich mich wirklich entscheiden muss, dann ganz klar Skifahren.
Lieblingsort in Ihrer Heimat Südtirol?
Es gibt bestimmt noch schönere Ecken in Südtirol als Deutschnofen, aber für mich geht nichts über meinen Heimatort.
Ihr perfekter freier Tag?
Da die Arbeit für mich auch etwas von einem Hobby hat, sind die Grenzen zwischen Freizeit und Beruf sehr fließend. Umso wertvoller sind die Tage, an denen Zeit mit Familie und Freunden im Mittelpunkt steht. Wenn ich dann auch noch Ski fahre und kulinarisch verwöhnt werde ist der Tag perfekt.
Was hat Sie dazu bewogen, Teil des Gelenkpunkt-Teams zu werden?
Ich hatte das Privileg, bereits während meines Studiums bei Gelenkpunkt mitarbeiten und ein exklusives Mentoring genießen zu dürfen. Die vorgelebte Haltung, Medizin als Beruf und Berufung zu verstehen, hat mich maßgeblich geprägt. Gelenkpunkt verkörpert all das, was mir persönlich wichtig ist: Die Begeisterung für Sporttraumatologie und Gelenkchirurgie, das Streben nach höchster Qualität und den Anspruch, Innovation aktiv mitzugestalten.
Ihre bisherige berufliche Laufbahn?
Mein beruflicher Weg war von Anfang an recht klar auf die Sportmedizin bzw. Sporttraumatologie ausgerichtet. Schon während des Studiums konnte ich als studentische Hilfskraft in der Praxis Gelenkpunkt und in der Unfallchirurgie der Universitätsklinik Innsbruck praktische Einblicke gewinnen. Meine Facharztausbildung habe ich am Klinikum rechts der Isar in München in der Abteilung für Sportorthopädie unter Univ.-Prof. A. Imhoff begonnen. Während eines 15-monatigen Auslandsaufenthalts an der University of Pittsburgh habe ich mich wissenschaftlich intensiv mit der Anatomie und Funktion des Kniegelenks beschäftigt und Erfahrungen in der Sportlerbetreuung sammeln können. Meine weitere unfallchirurgische Ausbildung habe ich an der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Münster unter der Leitung von Univ.-Prof. M. Raschke absolviert. Ausschlaggebend waren für mich das Renommee der Klinik in der Unfall- aber auch Kniechirurgie sowie die exzellenten wissenschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Dort konnte ich mich habilitieren und habe schließlich eine außerplanmäßige Professur im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie erhalten. In meiner mehrjährigen Tätigkeit als Oberarzt und zuletzt als geschäftsführender Oberarzt in Münster konnte ich meine klinische, operative und organisatorische Erfahrung weiter ausbauen. Besonders wichtig war mir dabei, die Sporttraumatologie mit einer breiten unfallchirurgischen Ausbildung zu verbinden.
Ihre klinischen Schwerpunkte?
Kniechirurgie und Sporttraumatologie. Besonders am Herzen liegt mir die differenzierte Analyse und Behandlung komplexer Knieverletzungen, also Bandinstabilitäten, knöcherne Risikofaktoren und Achsfehlstellungen, die häufig im Zusammenspiel auftreten und eine individuelle Therapieplanung erfordern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung von Verletzungen großer Sehnen. Ergänzend decke ich ein breites Spektrum der allgemeinen Unfallchirurgie ab.
Welche Bedeutung haben Forschung und Entwicklung für Sie?
Forschung hilft, Verletzungen und ihre Ursachen besser zu verstehen und daraus präzisere, individuellere Behandlungs- und Präventionsstrategien abzuleiten. Gleichzeitig entstehen daraus neue diagnostische und operative Ansätze, die den Patienten unmittelbar zugutekommen. Für mich sind Forschung und Entwicklung deshalb kein reines akademisches Interesse, sondern ein wichtiger Bestandteil moderner und qualitativ hochwertiger Medizin.
Was steht heuer noch auf Ihrem Kongressprogramm?
Neben regionalen Kursen und Symposien, bei denen ich als Referent und Instruktor tätig bin, freue ich mich besonders auf den ESSKA-Kongress in Prag und den AGA-Kongress in
Innsbruck. Zum Jahresende werde ich zudem in Davos einen Kniekurs für die AO ausrichten. Besonders freue ich mich aber auf den AGA-Kongress 2027, bei dem ich gemeinsam mit einem Kollegen aus Regensburg die Kongresspräsidentschaft übernehmen werde.